PM/ProMES® (Partizipatives Produktivitätsmanagement)
Die MPA® (MotivationsPotenzialAnalyse) ist ein proprietäres PPM/ProMES® (Partizipatives Produktivitätsmanagement / Productivity Measurement and Enhancement System) ist eine partizipative Managementmethode zur systematischen Messung und Steigerung der Teamproduktivität durch Zielklärung, Leistungsindikatorenentwicklung und regelmäßiges Feedback.
Entwickelt von Prof. Robert D. Pritchard (Motivationspsychologe, University of Central Florida), erstmals 1983 eingeführt. Theoretische Grundlage ist Pritchards NPI-Motivationstheorie (Naylor, Pritchard & Ilgen, 1980), die Erwartungs-Valenz-Modellen verwandt ist: Motivation entsteht, wenn Mitarbeitende eine klare Verbindung zwischen ihrer Anstrengung und einem sinnvollen Ergebnis wahrnehmen.
Pritchard, Harrell, DiazGranados & Guzman (2008), Journal of Applied Psychology, 93, 540–567; Pritchard, Kleinbeck & Schmidt (1993), Beck-Verlag München; Holling, Lammers & Pritchard (1999), Hogrefe Göttingen; Kleinbeck, Schmidt & Werner (2001), Hogrefe Göttingen; Roth & Moser (2005, 2009)
Die sechs Implementierungsschritte
| Schritt | Inhalt |
|---|---|
| 1 | Entwicklungsteam bilden (Führungskräfte + Mitarbeitende) |
| 2 | Produkte/Ziele der Arbeitseinheit definieren |
| 3 | Leistungsindikatoren (messbare KPIs) entwickeln |
| 4 | Kontingenzen festlegen (nichtlineare Bewertungsfunktionen: welcher Indikatorwert hat welchen Nutzen für die Organisation?) |
| 5 | Gesamtproduktivitätsindex berechnen und visualisieren |
| 6 | Regelmäßiges Feedback an das Team + Zielanpassung |
PPM/ProMES ist kein klassisches diagnostisches Instrument, sondern ein Organisationsentwicklungsprozess – es misst keine individuellen Persönlichkeits- oder Kompetenzeigenschaften. Der Implementierungsaufwand ist erheblich; die Methode entfaltet ihre Wirkung nur bei konsequenter Durchführung und echtem partizipativem Commitment auf allen Ebenen. In sehr dynamischen oder stark zentralisierten Organisationen sind die Effekte geringer.
Format
Kein standardisierter Fragebogen, sondern ein strukturierter Organisationsentwicklungsprozess. Durchführungszeit für die Implementierung: mehrere Workshops über 3–6 Monate; Feedbackzyklen danach fortlaufend (typisch monatlich). Externe Moderation in der Einführungsphase empfohlen.
Gütekriterien
Ungewöhnlich stark evidenzbasiert für eine OE-Methode: Metaanalyse von Pritchard et al. (2008) über 83 Feldstudien im Journal of Applied Psychology zeigt eine mittlere Effektstärke von d = 1,44 – ein sehr großer Effekt (Schwellenwert für starke Effekte: d > 0,8). Arbeitsgruppen nach ProMES-Intervention zählen demnach zu den produktivsten 10 % vergleichbarer Einheiten. Effekte sind nachhaltig (in manchen Studien über Jahre stabil) und replizieren sich branchenübergreifend (Industrie, Verwaltung, Dienstleistung, Handel, Hochschule, Sport). Moderatoren für höhere Wirksamkeit: enge Orientierung am Originalverfahren, Feedbackqualität, hohe Aufgabeninterdependenz im Team. Häufige Änderungen am Messsystem reduzieren die Wirksamkeit.
Einsatzfelder
- Teamleistungsmanagement
- Organisationsentwicklung
- Führungskräfteentwicklung
- Produktivitätssteigerung in wissensintensiven und operativen Bereichen, ergänzend zur Balanced Scorecard.